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Alwin Hanschmidt (Hg.): Elementarschulverhältnisse im Niederstift Münster im 18. Jahrhundert. Die Schulvisitationsprotokolle Bernard Overbergs für die Ämter Meppen, Cloppenburg und Vechta 1783/84. Mit Beiträgen von Franz Bölsker-Schlicht, Alwin Hanschmidt und Hubert Steinhaus (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen. XXII B; 3), Münster: Aschendorff 2000, XII + 353 S., ISBN 3-402-06805-2, DM 68,00

Aus: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde (46 (2001), S. 496-499)

Rezensiert von:
Johannes Kistenich
Westfälisches Staatsarchiv, Detmold

Bernard Overberg ist eine Zentralgestalt der Reform des Elementarschulwesens auf dem Gebiet des (ehemaligen) Fürstbistums Münster in den Jahrzehnte um 1800. Seit seiner Berufung zum Normalschullehrer 1783 wirkte er unter wechselnden Landesherrn bis zu seinem Lebensende 1826 in der Lehrerausbildung. Um sich einen Überblick über den Schulalltag in seinem Zuständigkeitsbereich zu verschaffen, bereiste Overberg 1783/84 im Auftrag des Landesherrn 187 (Elementar-) Schulen in den Ämtern Meppen, Cloppenburg und Vechta; in den übrigen Ämtern des Hochstifts erfolgte keine allgemeine Schulvisitation. Die Erkenntnisse über das Vorhandensein, den Zustand und die Ausstattung der Schulgebäude bzw. Unterrichtsräume, über den Namen, den Bildungsstand, die Fähigkeit, das Alter, die Amtszeit, die Einkünfte und die Anstellungsmodalitäten der Lehrkräfte, über die Schulzeit, die Zahl der Schulkinder, die Unterrichtsfächer und -methoden sowie seine Vorstellungen über die nötigen Verbesserungen des Schulwesens in den Kirchspielorten (Hauptschulen) wie auch in den zugehörigen Dörfern und Bauerschaften (Nebenschulen) hielt Overberg in Visitationsprotokollen fest. Im Falle der Ämter Meppen und Cloppenburg sind diese Berichte in den Staatsarchiven Münster bzw. Oldenburg erhalten, während die entsprechende Quelle für das Amt Vechta heute als verloren gilt und nur mehr durch eine Publikation von Karl Willoh aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert erschlossen werden kann. Die Protokolle sind als Bestandsaufnahme zum Schulalltag aus der Anfangsphase der Reformbemühungen im Fürstbistum und damit als Messlatte für Erfolg oder Misserfolg solcher Bestrebungen im pädagogischen Jahrhundert eine bildungshistorische Quelle von herausragender Bedeutung. In dem hier vorzustellenden Band werden sie erstmals vollständig ediert, begleitet von einigen, teils faksimiliert wiedergegebenen Dokumenten zum Kontext der Visitationsreise (S. 1-150).

Diese Quellenedition ergänzen sechs Beiträge. Die drei ersten Abhandlungen beschäftigen sich mit dem weiteren Rahmen der Schulreformbestrebungen im Hochstift Münster während des ausgehenden 18. Jahrhunderts und mit der Auswertung der Visitationsbefunde von 1783/84.

Alwin Hanschmidt verfolgt in einem Aufsatz die Entstehung von Instrumenten und Institutionen der Elementarschulreform (Schulverordnung, Schulvisitation, Schulkommission, Lehrerprüfung, Normalschule) im Hochstift Münster zwischen 1772 und der Eröffnung der Normalschule 1784 (S. 152-174). Dabei betont er die für das Fürstbistum maßgebliche Beteiligung der Landstände an diesem Prozess. Von ihnen gingen 1772 wie auch 1779-1782 die Initiativen zur Verbesserung des Elementarschulwesens aus, insbesondere hinsichtlich der Lehrerbesoldung und -qualifizierung. Damit relativiert der Verfasser die in der bisherigen Forschung vertretene Auffassung, wonach die Reformen maßgeblich von landesherrlicher Seite angestoßen worden seien. Die Schulverbesserung im Hochstift Münster steht für den Autor in einem "doppelten Dualismus" durch "das strukturelle und funktionale Gegen- und Miteinander von Landesherr und Landständen einerseits und von weltlichen und kirchlichen Instanzen andererseits" (S. 163).

Chronologisch schließt sich der Beitrag von Hubert Steinhaus über die Schulreformen im Zeitraum 1782-1801 an (S. 175-185), bei dem die landesherrlichen Verordnungen und Anweisungen in den Mittelpunkt gerückt werden. Die allgemeineren Ausführungen über die Visitation von 1783/84 wären an dieser Stelle entbehrlich gewesen, da sich der folgende Beitrag eingehend diesem Thema widmet.

Franz Bölsker-Schlicht legt eine detaillierte quantifizierende Auswertung der Visitationsprotokolle vor (S. 186-212) und grenzt dabei maßgeblich anhand der Größe des Einzugsbereichs der Schulen und der Schülerzahlen sieben, teilweise kleinräumige Schullandschaften voneinander ab (Ems-Gebiet, Hase-Gebiet, Hümmling, Raum Löningen/Cloppenburg, Raum Frisoythe, Raum Vechta, Herrlichkeit Papenburg). Der Einzugsbereich der Schulen betrug im Mittel etwa 22km. Die Hauptschulen in den Kirchspielorten besuchten im Winter durchschnittlich mehr als 70, die Nebenschulen ca. 33-34 Kinder. Dabei liegen die Werte für das Amt Vechta mit verhältnismäßig wenigen Nebenschulen und dementsprechend großem Einzugsbereich der einzelnen Lehranstalten erheblich über denen der beiden anderen Ämter. Im Raum Löningen/Cloppenburg und an der unteren Hase dominierten die Nebenschulen mit geringerem Einzugsbereich und geringerer Schülerzahl. Der Verfasser verweist überzeugend auf den Zusammenhang zur Siedlungsstruktur: Im Raum Vechta dominierte außerhalb der Kirchdörfer die Einzelhof- oder Streusiedlung, während in westlichen und mittleren Teilen des Niederstifts das Haufendorf die vorherrschende Siedlungsform war.

Zur Zeit der Overbergschen Visitation wurde überwiegend nur vom Spätherbst bis ins Frühjahr Unterricht erteilt (Winterschule), während in der übrigen Jahreszeit Schule fast ausschließlich in den Kirchspielorten stattfand und selbst dort bei weitem nicht die Regel war. Nur 7% der Schüler, die 1783/84 im Winter den Unterricht besuchten, gingen auch im Sommer zur Schule; dieser Anteil stieg bis 1811 auf über ein Drittel (S. 302). Alwin Hanschmidt erklärt das Vorherrschen der reinen Winterschulen aus der Tatsache, dass mit der Vermehrung von Nebenschulen und der daraus resultierenden Verringerung der Schülerzahlen an den einzelnen Lehranstalten, "Schulehalten ... nur noch mehr zu einem winterlichen Nebenerwerb" (S. 284) herabsank. Für diese interessante Annahme müssten allerdings Quellenzeugnisse beigebracht werden, dass an Nebenschulen anfänglich auch im Sommer unterrichtet wurde. Die Regel war koedukativer Unterricht. Unter den 187 von Overberg visitierten Schulen befanden sich lediglich in den Städten Meppen, Haselünne und Vechta, in den Kirchspielorten Dinklage, Friesoythe, Löningen und Visbeck sowie in Krapendorf (Kirchspiel Cloppenburg) gesonderte Mädchenschulen.

Eingehend widmet sich Bölsker-Schlicht auch der Frage nach dem Schulbesuch. Auf der Grundlage von Berechnungen ausgehend von der geschätzten Bevölkerungszahl, dem geschätzten Anteil Schulpflichtiger an der Gesamtbevölkerung und der in den Visitationen genannten absoluten Schülerzahlen berechnet der Autor eine durchschnittliche Abwesenheitsquote für die Zeit der Overbergschen Visitation von 20-25% (S. 187f), also eine Schulbesuchsquote von 75-80% im Winter. Zur Absicherung bzw. Überprüfung dieser auf Schätzungen beruhenden Werte hätte man auch die für einige wenige Schulen in den Visitationsprotokollen genannten Zahlenverhältnisse von Schulbesuchern zu "Schulpflichtigen" heranziehen können. Demnach lagen die Schulbesuchsquoten (jeweils im Winter) in der Bauerschaft Werplo/Kirchspiel Sögel bei 60% (S. 24), in der Hauptschule des Kirchspiels Werlte bei 77% (S. 30), in der einzigen Schule des Kirchspiels Dörpen bei 60-70% (S. 44) und in der Bauerschaft Sustrum/Kirchspiel Steinbild ebenso bei 62,5% (S. 45) wie in der einzigen Schule des zum Amt Cloppenburg zählenden Kirchspiels Markhausen (S. 94). Diese Stichproben deuten eher auf eine etwas geringere Schulbesuchsquote.

7,4% der Schulen in Kirchspielorten und 18% der Nebenschulen verfügten über kein eigenes Schulgebäude. Waren Unterrichtsräume vorhanden, so ließen doch Zustand und Ausstattung zumeist viele Wünsche offen. Am besten war es hier noch um das Amt Vechta bestellt, in dem fast alle Hauptschulen und immerhin ein Fünftel der Nebenschulen über Schreibbänke verfügten, was in den Ämtern Meppen und Cloppenburg etwa nur in jeweils einer der Nebenschulen der Fall war. Schreibtafeln gab es nur in insgesamt sieben Hauptschulen, im Amt Meppen überhaupt nicht.

Gut die Hälfte der Hauptschullehrer waren zugleich Küster und/oder Organist, andere betrieben ein Handwerk, Handel oder Landwirtschaft. Unter den Nebenschullehrern gehörte etwas mehr als die Hälfte der ländlichen Unterschicht an (Heuerleute, Hollandgänger usw.). Das Durchschnittsalter der Lehrer betrug 40 Jahre (bei einer Spanne von 17-70 Jahren), ihre Anstellung lag 1783/84 im Mittel ca. 12 Jahre zurück. Das Einkommen resultierte in den meisten Fällen allein aus den Schulgeldzahlungen, die in der Regel bei ¼ Reichstaler pro Kind und Schulhalbjahr lagen. Die Einkünfte aus der Lehrtätigkeit sicherten zumeist die Existenzgrundlage nicht. Hinsichtlich ihrer Fähigkeiten stufte Overberg die Lehrer an den Hauptschulen deutlich besser ein als die Nebenschullehrer: 51% der Nebenschullehrer wurden als "mittelmäßig" bezeichnet, nur 11% für "gut" befunden, während 38% der Hauptschullehrer in die Kategorie "gut" fielen und 26% als "mittelmäßig" eingestuft wurden. Wiederholt weist Bölsker-Schlicht nach, dass ein qualitativ guter Unterricht den Zulauf von Schülern verstärkte. Gleichwohl fällt auf, dass eine Reihe von Lehrern keinen Rechenunterricht erteilten, obwohl sie über entsprechende Kenntnisse verfügten.

Hinsichtlich der Verbreitung der neuen Lehrmethode (im katholischen Raum v.a. nach dem Vorbild von Johann Ignaz Felbiger) zeigt sich für das Niederstift Münster das auch in anderen Gebieten nachzuweisende Durchsetzungsproblem. Immerhin wurde in etwa 40% der Hauptschulen, aber nur bei 10% der Nebenschulen nach der neuen Lehrart unterrichtet. Probleme bei der Umsetzung von Reformvorstellungen gab es freilich nicht nur in dieser Hinsicht, sondern auch bei der von landesherrlicher Seite erstrebten Zusammenlegung kleinerer Nebenschulen, die am "Beharrungsvermögen der ländlichen Gesellschaft" scheiterte (S. 212, vgl. hierzu auch die Ausführungen von Alwin Hanschmidt, S. 284-286).

Die von Bölsker-Schlicht für den zumeist unbefriedigenden Zustand der Elementarschulen im Niederstift Münster 1783/84 herausgearbeitete Kausalkette - vielleicht sollte man besser von einem "Teufelskreis" sprechen - formuliert einen "Gemeinplatz" der bildungshistorischen Forschung zur Frühneuzeit: Die geringe Schülerzahl führt zu geringen Schulgeldeinnahmen, wodurch die Schulmeisterstelle unattraktiv wird, was wiederum die Besetzung mit wenig qualifizierten Lehrern nach sich zieht. Solche Schulen erhalten dann aber nur wenig Zulauf.

Wenngleich sich unzweifelhaft eine Reihe typischer Erscheinungen frühneuzeitlicher Schulwirklichkeit anhand des Materials aus den Visitationsprotokollen Overbergs aufzeigen lassen, sind doch Einschränkungen gegen die von Hubert Steinhaus geäußerte Auffassung angebracht, aus diesen Berichten seien "für den gesamten nordwestdeutschen Raum repräsentative Feststellungen" (S. 185) zu gewinnen. Zieht man etwa die Visitationsberichte aus rheinischen Dekanaten der Erzdiözese Köln um die Mitte des 18. Jahrhunderts zum Vergleich heran, so zeigt sich, dass dort rund 13-15% der Lehrer Geistliche (Pastoren, Vikare, Ordensgeistliche) waren. Gerade im ausgehenden 18. Jahrhundert entstanden im Rheinland und auch im südlichen Westfalen zur Aufbesserung des Einkommens der Lehrer eine Vielzahl von Schulvikarien, von denen im vorliegenden Band für das Niederstift Münster kaum einmal die Rede ist; vgl. etwa als frühe Ausnahme das Kirchspiel Visbeck (S. 323). Mit Blick auf den Mädchenunterricht ist bemerkenswert, dass es sich in den Ämtern Meppen, Cloppenburg und Vechta wohl zumeist um weltliche Lehrerinnen handelte, während sich im Rheinland vielfach Religiosen (Tertiarinnen, Devotessen/"Jesuitessen", Angehörige weiblicher Schulorden) dieser Aufgabe annahmen (Johannes Kistenich: Schule im Rheinland zwischen Reformation und Revolution. In: Frank Günter Zehnder (Hg.), Eine Gesellschaft zwischen Tradition und Wandel. Alltag und Umwelt im Rheinland des 18. Jahrhunderts. Der Riss im Himmel, Bd. 3, Köln 1999, S. 41-64, hier S. 47, 50).

Die drei abschließenden Aufsätze weiten den zeitlichen Horizont und ordnen getrennt für die drei Ämter die Befunde der Visitation von 1783/84 in die Schulgeschichte auf lokaler Ebene von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts ein. Im Anschluss an eine knappe Zusammenfassung der Gesamttendenzen innerhalb der einzelnen Ämter werden die einzelnen Haupt- und Nebenschulen behandelt (Hubert Steinhaus für das Amt Meppen, S. 213-281; Alwin Hanschmidt für das Amt Cloppenburg, S. 282-299; Franz Bölsker-Schlicht für das Amt Vechta, S. 300-325). Hierzu wurden insbesondere kirchliche Visitationsprotokolle des 17. und 18. Jahrhunderts sowie Erhebungen und Berichte zum Schulwesen seit den 1770er Jahren vorwiegend aus dem Staats- und dem Bistumsarchiv Münster sowie aus dem Staatsarchivs Osnabrück herangezogen, die Überlieferung in Pfarr- und Kommunalarchiven bleibt hingegen weitgehend unberücksichtigt.

Mit Ausnahme der bis ins Spätmittelalter zurückreichenden Stadtschule in Vechta fallen die frühesten Belege für Schulen im Niederstift Münster in das ausgehende 16. Jahrhundert. Innerhalb der ersten beiden Jahrzehnte nach Beendigung des 30jährigen Krieges waren in den Kirchspielorten zumeist Schulen entstanden oder wieder besetzt worden. Im Verlauf der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts sind auch die ersten Nebenschulen nachweisbar. Dabei fällt insbesondere für das Amt Vechta der signifikante Zusammenhang zur Schulverordnung des Fürstbischofs Christoph Bernard von Galen aus dem Jahr 1674 auf. Im Amt Cloppenburg kam es erst seit dem 1. Drittel des 18. Jahrhunderts, der "Gründerzeit der Nebenschulen" (S. 284), zu einer merkliche Vermehrung solcher Lehranstalten.

Durch die stark prosopographische Ausrichtung der Beiträge wird für alle drei Ämter die Bedeutung der Schulmeisterdynastien bzw. der "Berufserblichkeit" des Lehramts augenfällig. So unterrichteten z.B. an der Hauptschule des Kirchspiels Haren Mitglieder der Familie Mestemaker von 1668 bis 1817 (S. 234 f). Eine Schulmeisterdynastie Kösters übte an der Schule in Cappeln zwischen 1750 und 1857 das Lehramt aus (S. 305). Da auch die Schulmeisterinnen zumeist Laien waren, entstanden auch Lehrerinnendynastien wie im Fall der Familie Nögel in Meppen (S. 257). Zwar übte eine Lehrerin nach der Heirat ihren Beruf nicht mehr aus, doch setzten gelegentlich Verwandte den Unterricht fort. Bemerkenswert ist auch der Hinweis, dass zwei 1772 tätige Mädchenschulmeisterinnen einige Zeit an der Lateinschule in Meppen zugebracht hatten (S. 216).

Gerade die Edition der Visitationsprotokolle und die abschließenden Aufsätze leben vom illustrierenden Detail, durch das der Schulalltag vor Ort dem Leser lebendig vor Augen gestellt wird, wenn etwa über das Schulgebäude in der Bauerschaft Niederlangen/Kirchspiel Lathen berichtet wird, es sei "so finster, daß man an dem hellesten Tage nur an einem Orte bequem darin lesen kann" (S. 51). Zum Lehrer in der Hauptschule des Dorfes Lathen wird bemerkt: "höret nicht gut, welches sich die Kinder beim Aufsagen ihrer Lectionen zu Nutze machen" (S. 49), und über die Zustände in der Nebenschule der Bauerschaft Varrelbusch im Kirchspiel Cloppenburg notierte Overberg: "wer in dieser Bauerschaft am besten die Zeit hat und sich am wohlfeilsten bedingen läßt, der ist Schulmeister; und so kömmt es das fast in jedem Winter ein neuer Lehrer in der Schule ist" (S. 106). Über den Lehrer in Werpeloh/Kirchspiel Sögel heißt es noch 1816: "Wahrlich der Schafhirt aufm Hümbling wird er nit besser gelohnet, als der wackere Jugendlehrer" (S. 269). Da verwundert es nicht, wenn es über die Vorbildung des Lehrers in Herrenstätte/Kirchspiel Werlte verzeichnet wird: "Der jetzige ist gleich aus einem Schäfer zum Schulmeister geworden" (S. 275).

Durch die gelungene Verbindung einer Edition der Visitationsprotokolle mit deren Auswertung und Einordnung in die Entwicklung von der Mitte des 17. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts erlaubt der Band ebenso fundierte wie differenzierte Einblicke in den frühneuzeitlichen Schulalltag des Niederstifts Münster auf lokaler und regionaler Ebene und bietet damit zahlreiche reizvolle Anknüpfungspunkte für vergleichende Studien zu anderen Schullandschaften. Dem sorgfältig redigierten, durch ein Glossar, ein Orts- sowie ein Personenregister erschlossenen und mit zwei Übersichtskarten zu den Schulen im Niederstift Münster 1783/84, der Visitationsreise Overbergs und den Schullandschaften ergänzten Band sollte eine breite Rezeption in der bildungshistorischen Forschung sicher sein.


Vgl.: Rezension von Joachim Schmiedl in PERFORM 2 (2001), Nr. 3

Empfohlene Zitierweise:

Johannes Kistenich: Rezension von: Alwin Hanschmidt (Hg.): Elementarschulverhältnisse im Niederstift Münster im 18. Jahrhundert. Die Schulvisitationsprotokolle Bernard Overbergs für die Ämter Meppen, Cloppenburg und Vechta 1783/84. Mit Beiträgen von Franz Bölsker-Schlicht, Alwin Hanschmidt und Hubert Steinhaus, Münster: Aschendorff 2000, in: INFORM 2 (2001), Nr. 6, URL: <http://www.sehepunkte.de/inform/reviews.php?id=475>

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